Wer den Wunsch hat, auf dem Zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen, dem stehen verschiedene Möglichkeiten offen.

 

Der bekannteste und am meisten genutzte Weg ist wohl der Besuch des Abendgymnasiums. Nicht jedem Erwachsenen ist es jedoch möglich, jahrelang fast jeden Abend in der Schule zu verbringen, da auch berufliche und familiäre Pflichten zu erfüllen sind. Eine Alternative kann deshalb das Fernabitur sein. Hierfür gibt es verschiedene Anbieter. Nach der Anmeldung erhält man monatlich bzw. vierteljährlich eine bestimmte Zahl an Lehrbriefen nach Hause geschickt, die selbstständig bearbeitet werden müssen. So kann jeder sein Lerntempo selbst bestimmen und entscheiden, ob er früh, mittags, abends oder gar in der Nacht lernt.

Der wöchentliche Lernaufwand beträgt ca. 15 Stunden, vor der Abiturprüfung oft auch deutlich mehr. Es darf auch nicht verschwiegen werden, dass diese Form ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Eigenmotivation verlangt. Der Fernschüler hat, außer auf dem Postwege, keinen Kontakt zu seinen Lehrern und auch seine Mitschüler lernt er höchstens einmal bei einem Intensivseminar am Wochenende kennen. Diese Seminare sind oft freiwillig, sollten jedoch im eigenen Interesse unbedingt besucht werden. Hier wird wichtiger Lehrstoff wiederholt und die Fernlehrer geben wertvolle Hinweise, worauf es bei der Abiturprüfung ankommt. Diese Prüfung wird am Ende des Fernlehrgangs (nach ca. 3 Jahren) als Externenprüfung an einem Gymnasium abgelegt.

 

Wer die Abiturprüfung besteht, bekommt das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife ausgehändigt und kann nun an allen Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland jedes beliebige Fach studieren. Aber auch für Menschen, die kein Studium planen, kann das Abitur wertvoll sein. Es eröffnet neue Karrierechancen im öffentlichen Dienst und in der freien Wirtschaft. Ohne Studium oder Abitur ist es heute kaum noch möglich, eine verantwortliche oder gehobene berufliche Position zu erreichen.

 



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